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TINE & BRINE & DELISCHISS MOMENTS IN LIFE
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HISTOIRE NUMERO VINGT-QUATRE

History Partie Numéro vingt-quatre – Eine Großveranstaltung jagt die nächste

Freitag 16.07.2010

Es war ja schon eine heiße Sache – die Wetterverhältnisse machten unserer Deutschen Bahn zu schaffen und erst fielen eine Klimaanlage nach der nächsten, letztendlich ein Zug nach dem nächsten aus. Schon allein mein Weg in den Wald wurde geprägt durch eine Anzeigetafel, über die die weiß unterlegten Verspätungsbotschaften nur so jagten. Aber es muss ja auch mal etwas zu den eigenen Gunsten passieren – und so stand Tine pünktlich um halb acht auf der Letmather Matte.

Wir steuerten zunächst die Tanke an, ich war nach einem schnellen Screening des Ladens davon überzeugt, dass es keine Holzkohle zu kaufen gäbe, und teilte dies (meines Erachtens überflüssigerweise) der Kassiererin mit, die mir mit einem Handzeichen zu verstehen gab, ich hätte wohl die Ware VOR dem Eingang ignoriert. Mit einem Packen Kohlenachschub steuerten wir dann den Wald an, die Idylle untermalt mit der Crème de la Crème des WDR 4.

Im Wald angekommen häuften sich schon die ersten Fleischberge auf dem Tisch, das Olivenbrot und der Olivensalat. Man schaufelte ohne Ende, einzig Mips war es heute ausnahmsweise mal zu viel am Abend, Peter Zwegat jagte zwischen Tisch und Grill in seinem eigenen Schweiße umher und auch wir waren irgendwann so voll, dass der Ramazotti auf Eis herhalten musste.

Danach folgte ein spannender Moment: Ich bekam mein nachträgliches Geburtstagsgeschenk, an dem laut Aussage des Erstellers ein halbes Jahr gewerkelt wurde (was mich total fertig mit den Nerven machte, schlechtes Gewissen und so weiter, wie kann man sich solche Mühe machen und was für eine Idee steckt dahinter und überhaupt, man versteht mich schon, denke ich), und es ist das schönste tollste kreativste und liebevollst zusammengestellteste Geschenk das ich JEMALS bekommen habe.

Als es bereits dunkel war konnte ich selbst kaum begreifen, was uns gerade gelungen war: Die Waldsiedlungsversammlung erklärte sich bereit, an einer Partie Wer bin ich teilzunehmen. „Nur eine Runde“. Erste Schwierigkeiten ergaben sich bereits bei der Zettelvergabe, ich war langsam mit den Nerven am Ende und warf Schnippel noch vor, er hätte das Spiel ja immer noch nicht begriffen, und während ich mich noch erbost mockierte pappte auch ich den Zettel in die falsche Richtung. Tine hatte Gott sei Dank allerdings noch nicht gesehen, dass eigentlich sie für Ayman Abdallah herhalten musste – nochmal Glück gehabt. Es konnte losgehen.

Lucetto war nicht ganz bei der Sache – schon in der 2. Runde war er mit den Nerven am Ende, weil wir bereits (!) seine Teilnahme an jeglichen Comedy-, Sport-, Musik-, Rate- und Kochshows verneint hätten. Dass man nach einem Nein weiterzugeben hat und man in einer Runde auf höchstens eines davon kommt, dauerte eine Weile, bis es sich bei ihm setzte. Dass er ein Moderator einer musikalischen ARD Show sein sollte erschien ihm nahezu abstrus – „Sowas gibt es auf diesem Sender nicht.“

Auch Schnippel hatte Schwierigkeiten. Mittlerweile war er auf der Fährte der königlichen Witwe angekommen, aber jetzt überschlugen sich die Informationen, schließlich war die einzige Person, die in Frage kam, doch überhaupt keine Witwe! Was ihm denn da erzählt würde! „Keine Witwe? Wer glaubst du denn, dass du bist?“ – „Na MARGARETHE“. Ne Schnippel, das war wohl nichts, eine Runde aussetzen.

Ayman Abdallah und auch Guido Cantz hatten Schwierigkeiten mit der Identifikation der eigenen Persönlichkeit. „Ein Moderator um die 30, der eher hässlich ist als schön? Boah da fällt mir keiner ein.“ Auch ich habe geschummelt, bin ich doch mit meiner Erkenntnis, Angi zu sein, der Mehrheit nach durchgekommen, während Lucetto sich noch mockierte, es würden nicht gelten, weil ich nicht eindeutig gesagt hätte ich sei „Hundegesicht Merkel“.

Nach diesem aufregenden Spiel konnte der Adrenalinspiegel ja nicht so schnell gesenkt werden, Tine und ich kauerten uns also unter die Decken um uns den ersten Schocker zu geben – CARRIERS. Carriers erzählt von der Geschichte eines Virus, der irgendeine Region angreift, dessen Opfern irgendetwas zustößt und der sich irgendwie verbreitet. Irgendwie war dann auch plötzlich Ende im Gelände. Irgendwie. Nervennahrung durfte dabei irgendwie auch nicht fehlen – dass sich Schokolade bei diesen Temperaturen im Kühlschrank befindet war wohl etwas zu weit hergeholt. Die abgelaufenen Snickers und Corny mussten herhalten.

Samstag 17.07.2010

Nach einem ausgiebigen Frühstück (liegt es an mir, oder beginnt der zweite Tag immer mit dieser Wortkombination) fuhren wir erstmal nach Hagen. Cool, wenn man da mehrere Parkplätze kennt, die günstiger sind als 3 Euro die Stunde in der Volme. Uncool allerdings, wenn es so affenvoll ist, dass einem nichts anderes übrig bleibt, als 3 Euro die Stunde zu latzen. Ich habe gerade ein Déjà Vu, aber auch in diesem Jahr mussten wir erneut feststellen, dass die Modedesigner ein einheitliches Produktionssystem ausgeklügelt haben mussten, während sie gemeinsam auf Crack waren. Nichtsdestotrotz fand ich ein Kleid, ein Shirt und einen Rock, die meinem Konto arg zu schaffen machten und Tine ein Tshirt, aber leider keine ersehnte Hose. Zu dieser eh schon tristen Stimmung musste ich auch noch entdecken, dass BLUMEN HOLLAND wohl insolvent ist.

Wir düsten zurück und sammelten Lucetto im Wald ein, da wir noch 2 Stunden Zeit hatten wollten wir eine Runde durch das schwedische Möbellager streunen. Mit 180 km/h jagten wir über die A1, anschließend durch die obere Etage und machten lediglich zwei Zwischenstopps: Einmal im musikuntermalten BISTRO und einmal vor einer kitschigen roten Plüschtasche mit Blumen drauf.

Der untere Part war relativ schnell abgefrühstückt, ich sammelte einen Wandsticker ein, der sich sicher gut auf meiner Schrankwand meines (an dieser Stelle muss ich es abermals heraushängen lassen) begehbaren Kleiderschranks (ach, die neidvollen Blicke!!!) machen würde – ich hätte das auch gern schon getestet, glaubt mir. Habe natürlich VIP an der Do it yourself Kasse bezahlt, da seh ich auch schon die Arbeitsplätze flöten. Ein Platz für vier Kassen, wo führt uns das hin – aber ohne technische Innoväischen geht ja heute nüscht, ne.

Lucetto sprach auf der Rückfahrt kein Wort, die Ursache ist bis heute unergründet. Wir waren jedenfalls gut in der Zwischenzeit zur nächsten Pizza, so dass ich mich flugs (jetzt weiß ich auch, wie man das schreibt, ist ja cool) dazu entschied, mir meine Haare zu bleichen. Ich bin ja eher so der spontane Typ.

Während des Vertilgens der Pizzen fiel der übrigen Gesellschaft dann doch auch auf, dass es weniger orange als doch mehr „schon total natur und echt ganz gut“ aussah. Mir geht es nach 2 Tagen schon auf den Wecker, aber was will man machen.
Bevor wir uns auf zum ersten Großereignis machten, wollte Tine noch mein Geschenk für eine Freundin sehen. Ich persönlich find es ja recht eindeutig und persönlich und gut, ne. Tine musste allerdings erst einmal erklärt werden, dass es 1. Kein Hund und 2. Aus dem Creativmarkt erstanden ist. Aber man kann ja auch nicht alles wissen.

Jetzt konnte der spannende Teil des Abends seinen Lauf nehmen. Ich parkte die Möhre geschickt rückwärts vorm Kircheingang (Rücksichtnahme auf Rollstühle erfolgte), und wir bestaunten das bunte volle blinkende Treiben, dieses Jahr ohne Hammer. Der erste Stopp erfolgte beim Pferderennen, die 2 Chips des letzten Jahres galt es zu verdoppeln, leider war DIE ACHT irgendwie gezinkt, und so zogen wir mit nur 3 Chips im Gepäck weiter, grantig über den Nichterfolg – wollte ich doch das schöne Retro Radio mitnehmen! Erst einmal galt es sich einen Überblick zu verschaffen, sehr vertraut waren Kettenkarussell, Riesenrad und der kleine Wahrsagerstand direkt neben „Enten-Angeln“ – ein Spiel ohne Chance auf Gewinn. Neu und anziehend war das (etwas anders als gewöhnlich aufgezogene) Funhouse, allerdings waren wir schon 2008 dafür zu alt und betraten es trotzdem, aber heute sind wir WIRKLICH zu alt (und breit) für solche Action.

Ich konnte mich gegen Crêpe, Pommes und Slush nicht wehren, glücklicherweise hat alles die Breakerfahrt überstanden – so latzte ich wenigstens nicht umsonst. Der Breaker war dieses Jahr besonders krass, dennoch war es etwas peinlich wie wir mit dem Kopf über der Lehne das alte Schachtel-Dasein fristeten. Die Musik war wie immer gut.



Der Abend klang mit einer Runde Chillen vorm Aztekenofen bei milder Abendluft und - wie soll es anders sein - schockern mit Descent 2 aus, den wir kurz vorher in der Videothek ergattert hatten. Den kann man sogar empfehlen! Baut aber auf Descent 1 auf, also ich glaube den muss man gesehen haben, sonst kommt man da nicht mehr REIN! Ihr versteht. Nach Durchsicht der Audiokommentare, die uns wichtige hintergründige Informationen lieferten, machten wir es uns dann auf der Liegewiese gemütlich und ich träumte von meinem Retro-Radio, das nun zwar nicht mehr im Pferderennen Laster verweilte, aber auch nicht weiter westlich als bis auf den Letmather Küchentisch transportiert werden würde.

Sonntag 18.07.2010

Nach dem sonntäglichen Frühstück spontanten wir den Tag um – Tretbootfahren musste Minigolf weichen. Lucetto musste sich aus dem ICQ losreißen und mit uns den Weg über GRÜRmannsheide antreten bis hin zu DRÖGE, wo ich uns als 2 Studenten und einen Erwachsenen vorstellte. Wie unsinnig!

5 Bahnen später lag der erste Ball im Teich und kein Holländer war in Sicht. Tine stocherte ein paar Minuten herum und schnauzte über die nicht gesäuberte Brühe, für die sie 3 Euro latzen musste. In dem algenverhangenen Gebräu war ebenfalls nicht erkenntlich, ob schon unsere Vorgänger ihre Bälle dort haben versauern lassen – aber einer muss ja immer der erste sein. Opi fiel ob seines spannenden Spielfilms die fehlende Kugel auch nicht auf – Glück gehabt. Lucetto sonnte sich im Erfolg seines zweipünktigen Vorsprungs und ich vertröstete meinen 2. Platz mit Latte und Brasilitos.







Sonntag war auch Abreisetag, es ging mit dem Abellio zurück in mein Städtchen auf Großereignis Nummer 2. Die Luft wird ja mit zunehmender Etage deutlich stickiger, also riss ich alle Fenster und Türen auf, während Tine sich schon auf das Bett legte und so lange klagte, bis sie aus den Augenwinkeln ein weißes Kissen mit roten und gelben Verzierungen entdeckte, das ihre Aufmerksamkeit in vollstem Maße auf sich zog. Dieses Kissen, sie muss dieses Kissen haben – oh nein das ginge nicht, es sei wie mit dem Retro-Radio, man WILL es, aber schließlich GÖNNT man auch. (Letzten Endes hat sie es doch mitgenommen "Nimm es, ICH HÄNG NICHT DRAN"). Am Küchentisch machten wir uns über die letzten Ahoi Brause Päckchen her (es sei angemerkt, dass sich die Bierpfandflaschen deutlich dezimiert haben). „Boah, das erhöht den pH Wert der Magensäure MASSIV – naja egal.“

Einmal übergepudert und eingesprayt liefen wir zu Fuß Richtung Bermjuda, die erste Bühne war eher spärlich besucht und so drehten wir erst ein paar Runden an Essens- und Krimskramsständen vorbei bis hin zur Einslive Bühne, an der Madsen spielte. Dies wiederum sah man schon von weitem. Eigentlich wollten wir ja auch nicht großartig schauen, ne, komm wir bahnen uns KURZ den Weg durch die Menge bis zur anderen Straßenseite. Ist ja bei tausenden von Leuten kein Ding. Irgendwann hatte ich Tine dann auch aus den Augen verloren, während ich zwischen zwei Typen verkeilt war, die sich keinen Zentimeter mehr bewegten, was daran lag, dass sich die ganze Menge keinen Zentimeter mehr bewegte. Ich beneidete die beiden jungen Männer auf der Telefonzelle und boxte mir den Weg frei.

Da ja doch jeder bekommt, was er verdient, sahen wir uns nach unserem Kraftakt im eigenen Schweiße vor einer großen Kühlbox Coladosen wieder, die uns direkt überreicht wurden. Das ist doch mal Marketing. Wir warfen die leeren Dosen neben einen Mülleimer (er war voll!), und stratzten mit unseren Holland Fritjes zurück zum Bermjuda, als auch schon eine in rot gekleidete junge Dame mitten in die Fußgängerzone springt, auf einen großen Müllsack zeigt und brüllt: „Dosen bitte hierher! Bitte hier rein! Weitergehen von hier mit der Dose ist UNERLAUBT!“ Ja Leute, das ist doch wirklich Marketing. Ein paar Meter weiter hatte sich doch tatsächlich ein Schlingel seinen Weg mit der Dose durch den Gang gebahnt – ich hörte schon die Polizeisirenen. „Na, biste nicht erwischt worden?“, verpetzte sie ein Kumpel, „FRAU COCA COLA, HIER IST NOCH EINE!“

Nachdem wir uns dann ABERMALS zu Madsen durchgequetscht haben (und auf dem Weg noch eine Cola, diesmal unverzüglich mit der Aufforderung „bitte an uns zurück“ (diesmal wenigstens mit bitte, hier hat man wohl noch Werte und Anstand gelernt) geholt hatten), und die SÄULE bei FIEGE erspähten war es dann auch schon zu spät. Meine Mitbewohnerin Miss S. war schon weitergezogen und wollte „noch ins Riff“, ob wir mitkämen. Nein, eigentlich nicht!

Stattdessen drehten wir noch eine Runde durch das sich langsam zerstreuende Publikum, überlegten am Bügelbildergrabbeltisch, ob sich Diebstahl hier lohnt (boah, dieses Wickie Bild!) und drehten und wendeten jede Tasche, bevor wir letztlich im Extrablatt landeten. Tine mit einer Maracuja Schorle (sehr sehr lecker), vor mir ragte ein Veltins auf („ne, hier gibt’s nur groß, ist das für dich ok“- „ja ist für mich ok“ – „das passt gar nicht zu dir!“). Nach ewigem Quatschen merkte Tine schließlich an, dass 1. der Crêpe Stand noch IMMER offen hat und man da ne riesen MARK mit machen könnte und 2. wir doch tatsächlich in unser Gespräch vertieft ganz vergessen haben, ausgiebiges People Watching zu betreiben. Dabei gab es soooo viele interessante FÄLLE.



3 ganz besondere begegneten uns dann auf unserem Fußweg zurück nach Hause durch die kühle und angenehme (!) Abendluft entlang der Hauptstraße – 3 Jungs mit offenbar mehr als einem Veltins pro Person (da gabs aber auch nur GROß) besangen die abendliche Stille mit Volksliedern wie „Und wir springen über Schluchten, um die Weiber zu befruchten“ – wer kennt es nicht.

Tine legte daraufhin einen Zahn zu und rechtfertigte dies mit einem knappen „Ich bin von Haus aus schnell“.

Wir chillten noch eine Runde, ich las eine noch unveröffentlichte History aus meinem SCHMÖKER und dann machten wir uns langsam fertig. Als ich das Bad verließ war mir schon ob des Gepolters klar, wer wieder zu Hause war: Miss S. kündigt sich auf stöckelschuhige Weise immer vorher an. Die Situation die sich mir bat war folgende: Tine lag im Halbschlaf auf meinem Bett, in ihren Augen imaginäre Streichhölzer, während Miss S. tobte: „SAGT DIE DOCH ICH SOLL DEN MÜLL WEGBRINGEN; SIE SEI ZWEI MAL DAGEGEN GERANNT; SAG ICH IHR MÄDEL; SAG ICH; ICH HAB DAS ECHT SO GESAGT; MÄDEL ICH RÄUM SEIT ZWEI STUNDEN AUF; LÄNGER STEHT DER DA NICHT; ICH HAB IHR DAS ECHT SO GESAGT.“ Tine konnte die Wut ihrerseits wohl nicht so gut zeigen, also antwortete ich in ihrer Vertretung auf weitere „DAS IST DOCH UNGLAUBLICH; ODER“ brav mit „ja, ist es“ und hörte mir dann noch Stories von diversen Leuten aus der Disko an, die, ich zitiere lediglich „sich in der Möse rumgepurkelt haben“. Der weitere Infobedarf war dann auch zeitig gedeckt.

Montag 19.07.2010

Ich war total fertig. Wirklich. Es war warm und ich war müde, aber Tine ist – und das wenigstens OHNE Frühaufsteherwahn – eine der morgendlich Elan-vollsten Personen on earth. Wirklich. Wir traten also schnell den Trip Richtung Bermjuda an, um in Ruhe das Frühstücksbuffet zu plündern und Peoplewatching nachzuholen.

Der weitere Verlauf – eine erfolglose Tour durch H&M, Vero Moda und Balz – ist wohl relativ irrelevant. Miss L. konfrontierte mich noch mit einem Schreckensanruf, weshalb ich am liebsten Tines Bahnfahrt umgebucht hätte, was sinnlos ist, weil sie noch kein Ticket hatte, weshalb sie hätte bleiben können, was uns natürlich erst später nach ausgiebiger Nachsicht der Tagesplanung einfiel.

Wir packten also schnell in der WG die Sachen und ich karrte Tine in meiner Lieblingsstraßenbahn zum Hauptbahnhof, wo wir noch ein wenig herumturnten und natürlich auch den Buchladen durchstöberten, wobei Tine eine schöne Karte und ich ein Buch (langer Wartepatient auf meiner Amazon Wunschliste) aus der Mängelware Aktionskiste kaufte. Über sowas kann man sich ja wirklich freuen, da waren auch der verschmähte Wickie und die EULE verschmerzt. (Ich glaub die kauf ich mir noch).

Um zwanzig vor 3 trudelte dann Tines Zug ein – pünktlich und rammelvoll.

Natürlich hörten wir uns bereits abends wieder, aber wären wir nicht beide zu blöd gewesen und würde mein Kontostand nicht dauernd vor sich hinjaulen und ich somit zum Arbeiten diese Woche gezwungen werde, wären weitere 2 Tage auch sehr cool – und vor allem direkt mit weiteren Äktschens – gefüllt gewesen.

Die Tage waren mal wieder wunderbar und wieder FLUGS vergangen – aber ich wette, wir sehen uns bald wieder, spätestens zum vorletzten Harry Potter im November und ALLERspätestens an Silvester. In diesem Sinne, ich freu mich sogar auf die Weihnachtszeit.

Nichtsdestotrotz, genießt den Sommer. „Es sind nur 1000 Kilometer bis zum Meer“ (und das von einer Band meiner HEIMATSTADT – darauf können wir Dorfbewohner doch wirklich stolz sein).

EUERS
Brine
soul.connected am 20.7.10 22:18


der blog erstrahlt nach monaten in einem neuen design - war ja auch mal nötig, so aktiv wie wir hier momentan sind. haha.

mir ist aufgefallen, dass zwei unterseiten leer sind- aber grüßen mag ich auch niemanden, denn so gute freunde habe ich nicht, achja und die soulmate seite KÖNNTE man aktualisieren, muss man aber nicht. irgendwie soll man aufhören wenn#s am schönsten ist, und so lustige steckbriefe wirds nicht mehr geben- wir sind doch irgendwie erwachsen geworden.

die histories werden aber selbstverständlich noch angepasst, und tine, wenn du nicht öfter bloggst, dann gibt es nächstes jahr keinen kindercrêpe- und n ikeakissen schon mal dreimal nicht! glaub mal ja.

also 2 histories folgen noch und die neuste aktuellste spectacular und überhaupt history ist auch im anmarsch.

mit höchst sentimentalen grüßen seit 2005
euers
brine
brine am 20.7.10 15:05


So, nach einer gefühlten (doppelten) Ewigkeit erfülle ich Brine ihren sehnlichsten Wunsch und melde mich auf diesem Blog zurück ins virtuelle Leben. Ok, genaugenommen gab es in meinem virtuellen Leben nie eine nennenswerte Unterbrechung, bis vielleicht auf die 6 Monate Fuerte, wo es mir nur möglich war, bei Said im gewöhnungsbedürftigen, aber gut ausgerüsteten Internetcafé für 2 Öcken die Stunde (ich war so gerne da, dass ich mich auch davor eines Tages direkt mal Bludaureif fläzte) oder eben bei der Arbeit wenn mal wieder nix los war und ich keine Lust auf Langeweile und Logicals hatte, oder eben eine Nachtschicht schob. Aber ich habe eben einfach nie gebloggt, ich gebs ja zu!
Nunja, hätten wir also eines der wichtigsten und prägendsten Ereignisse meines Lebens seit dem letzten Blogeintrag im Eiltempo abgegrast: Fuerte. Achja, mein Studium hab ich auch abgeschlossen, ich bin nun eine BÄTSCHLERETT, und ich bin von Heidelberg nach B. über Fuerteventura nach Frankfurt gezogen. Und hier fühl ich mich wohl und das ist doch die Hauptsache. Nur eins, das ist mir wirklich aufgefallen: Die. Zeit. rennt.
Nun war es allerdings nicht so, dass in meinem turbulenten Leben keine Zeit mehr war, mich mit Brine zu treffen, was man ja am Fuertebericht sehen kann. Ich bin also nicht mal auf Höhe der afrikanischen Küste vor Miss B. sicher, und das ist auch schön so Und auch danach sind schon wieder 3 Treffen klammheimlich von statten gegangen, ohne dass sie hier festgehalten wurden. Da sei zum Beispiel unser Tv Total Besuch mit Lokkas erwähnt, denn er hat ja nun endlich das Mindestalter erreicht und ist, trotz aller Bedenken, auch wirklich reingekommen, auch wenn bis zum Eintritt in die heiligen Hallen so manche Barriere umschifft werden musste. Doofe Bahn! Mit etwas Glück schreibe ich bald auch dazu noch einen kleinen Bericht, in den ich versuchen werde die wichtigsten Schotenüberbleibsel zu integrieren.
Worum es hier nun aber eigentlich gehen soll ist:

history n° 22: spontaner Zwischenstopp in Bochum und Wald


Als ich im März mein Ticket für meine Rückfahrt nach FFM nach dem Osterurlaub buchte und die Verbindung Hamm-Hagen-Frankfurt als am praktischsten und günstigsten herausstellte, wusste ich nicht, dass ich mit dem Klick auf "Buchung durchführen" mal eben spontan 10 Euro in den Sand setzte, nämlich die 10 Euro, die ich letzendlich latzen musste um, statt sonntags von Hamm nach Hagen, freitags von zu Hause nach Bochum zu kommen, denn was liegt näher, als Brinchen einen Besuch abzustatten und dann einfach direkt von Hagen zu fahren. Den Fehler mach ich nicht noch einmal. Da bietet einem die Bahn schon so eine Strecke und man holt fast nicht das Äußerste heraus :].

Also komm ich Freitagabend frischen Mutes mit 4 Gepäckstücken in Bochum an. Schon aus weiter Entfernung zwitschert mir eine Tonbandstimme irgendwas von Tombola entgegen. Vor lauter sich tummelnden Gewinnspielinteressierten habe ich dann auch kaum die Brine gesehen, die es sich mitten in der Lobby des Bochumer Hbf auf einem Bänkchen gemütlich gemacht hatte, natürlich mit nem Käffken. Das Käffken wollte ich dann natürlich auch direkt, aber vorher musste ich mich (Mittagessenersatz) erstmal bei Kamps und Ditsch mit diversen Backwaren, sprich Brezel und Wuppi, eindecken und Brine einen wohlschmeckenden Harry Hase überreichen. Es war immerhin Ostern gewesen.
Dann durfte ich endlich - Gepäck draußen bei Brine zwischengelagert - mein Käffken holen. Nen Latte für 2,30. Leider fühlte ich mich beim ersten Mal "Kakao oder Zimt" nicht angesprochen, nahm aber bei der zweiten Aufforderung die Kakaodeko. Glücklich nahm mich mein Koffein entgegen und wurde für mein Vorhaben, es mit einem schützenden Plastikhütchen zu bedecken, erstmal direkt bestraft, denn mein Kaffee kippte völlig verselbstständigt vornüber in die Brötchen. Ich konnte schlimmeres vermeiden und musste mich Gott sei Dank nur von einem guten Viertel des Getränks verabschieden. Auf eine Anschnauze des netten Herrn hinter dem Tresen hatte ich keine Lust (vielleicht konnte er eh nur "Kakao oder Zimt"), deswegen machten wir uns schnell vom Acker und überließen die Brötchen ihrem nassen Schicksal. Ich weiß, das macht man eigentlich nicht. Aber ich wollte mich einfach nicht damit auseinandersetzen. Das ist ehrlich von mir, oder?
Draußen erwartete uns Miss L. mit ihrem kleinen Flitzer und ich nahm auf der Rückbank Platz um mich meinem Wuppi zu widmen. Gut geparkt hinterm Haus, gerade noch genug Platz für nen Rollstuhl oder Kinderwagen (großzügig geschätzt), erklommen wir den 4. Stock wo mich erstmal eine Wagenladung Bierpfandflaschen erwartete. In der WG riss ich dann, in Erinnerungen schwelgend, auch direkt mal (aus Versehen) den Nagel von Brines Kalender runter und hatte somit meinen Ruf als Zerstörerin des Tages weg. Nachdem sich dann jeder aus der WG irgendwie sein Abendbrot bereitet hatte und wir auch irgendwie alles bequatscht hatten, sollte es langsam losgehen Richtung Bermjuda Dreieck, denn ich wollte Brines Mitbewohnerinnen gerne endlich mal näher kennenlernen. Leider brauchte Miss S. eine geschlagene Stunde länger als wir für das richtige Outfit und den perfekten Lidstrich und als wir - langsam etwas abgenervt - gerade noch einmal fragen wollten wann sie denn fertig sei, tönte es genervt aus dem Türrahmen "ja können wir jetzt los, oder wie?".

Dann kam der schwierigste Teil des Abends: die Suche nach einer gechillten Loungebar, die unseren Ansprüchen gerecht wird. In der ersten waren wir leider 5 min zu spät für die Happy Hour und da es dort "NACH KASSE" geht und man da "nichts machen" könne, drohte Miss L. damit, dass wir gehen, was nur mit einem "OK" und einem Abzisch seitens des Kellners quittiert wurde. Also machten wir uns wirklich vom Acker. Die nächsten Bars waren zu voll, zu laut und vor allem gabs keine Happy Hour. Die gabs sowieso nirgends mehr ab 8, deswegen entschieden wir uns für die hinterste Ecke im Sausalitos (Name geändert, da Original unbekannt), denn da wars ruhig und gechillt. Nach 2 Portionen Nachos, Ofenkartoffeln und leckeren Cocktails machte man sich noch schnell des Diebstahls strafbar, denn der Kerzenhalter und das Dipschälchen waren doch wirklich soo praktisch....Dann gings nochmal auf die Suche nach der verschollenen Happy Hour, die auch um 23h bis auf in der ersten Bar, wo wir aber jetzt kein Geld mehr lassen wollten, nirgends zu finden war. Miss L. hat extra überall gefragt ("Geh du mal, du bist doch so krass!"). Naja, Tine meinte allerdings schlauerweise es doch gelesen zu haben (auf dem Schild draußen stand es auch ohne Wochentag!!!) und so saßen wir schneller als wir dachten im Extrablatt vor Smoothies und Cocktails. Brine wurde zunächst allerdings wiederholt damit konfrontiert, dass sie sich wirklich gut gehalten hat und niemand ihr wahres Alter direkt erkennt ("bist du schon 18?"). Das tolle Cocktailglas ließ ich dann schweren Herzens stehen, obwohl es doch auch soo schön war.
Auf dem Heimweg, den wir gegen 23h antraten, quetschte ich mir in Miss L.'s Auto vorne meine Nase an der Windschutzscheibe platt, damit Brine hinter mir ihre Füße entspannen konnte (wahre Freundschaft!). In der Waldsiedlung angekommen, gabs noch ein kleines Pläuschchen und dann gings flugs ins Bett (für Tine leider ohne Zahnbürste) denn am nächsten Tag stand ein traditioneller IKEA Besuch an!

Diesen Besuch traten wir dann aber erst im Mittag an, denn wir brauchen unseren Schönheitsschlaf - und Lokkas scheinbar erst recht, denn er ließ sich erst eine halbe Stunde vor Abfahrt am Küchentisch blicken - und ein ausgiebiges Waldfrühstück, bei welchem Brine heute rebellisch nur Obstsalat mit Quark aß, weil abends noch die Sahnesauce wartete. Fast fertig zur Abfahrt rammte Brine sich noch spontan die Glastür vor den (kleinen) Zeh und schnauzte dafür erstmal unschuldige Väter zusammen ("BOAH, GEH DOCH EINFACH AUF KLO!!!" - "WAS HAB ICH DENN GEMACHT?"). Doch trotz alldem landeten wir dann doch noch früher oder später - Brine und ich ließen uns eine private Gesangsvorführung im Auto trotz mehrerer Ermahnungen nicht entgegen (like a sateliiiiite) - einigermaßen fröhlich bei IKEA Kamen. Beim Stopp im Restaurant gab es leckeren Salat mit Shrimps und Dressing.
Viel gekauft haben wir eigentlich nicht, das Schlafsofa für Lokkas passte (knapp) nicht ins Auto und ich hatte meine 4-fach Sammlung an Gepäckstücken schon bis zum Rand voll. Brine gönnte sich allerdings ein Pflänzchen und verließ den Laden außerdem mit einem wirklich schönen, innovativen, persönlich gravierten Spiegel als Geburtstagsgeschenk für eine Freundin. Diese Aktion könnte es öfter mal geben :].

Zurück im Wald begannen bald auch schon die Vorbereitungen für einen gechillten Abend: Rein in die Chillhose, beim Italiener Bestellung aufgegeben und abgecheckt was sich noch an Schokolade in der Schublade befindet.
Nach einer leckeren Sahnesauce bzw. Arrabiata Mahlzeit (der Rest der Familie entsagte dem Gruppenzwang und bestelle sich Pizza) ging es schon rüber auf die Couch wo Brine das rote Kissen direkt wegpfefferte, nur damit ich es mir direkt schnappen konnte ("Ihr seid so unterschiedlich ey!"). Ach irgendwie liebe ich diese Abende im Wald gefläzt vor irgendnem Schocker oder - wie in diesem Fall: Schlag den Raab. Gespannt verfolgten wir auch das Mountainbikespiel, bei welchem Stefan R. sich erstmal ordentlich vornüber auf den Dätz (schreibt sich das so?) fläzte und sich neben leichter Gehirnerschütterung auch noch Schürfwunden á la Phantom der Oper, eine leichte Amnesie und einen Kieferhöhlenbruch (oder so) zuzog, aber natürlich trotzdem weitermachte. Trotzdem hatte er keine Chance mehr gegen HANS MARTIN 2, der seine Fans vor dem Sieg jedoch zunächst gründlich enttäuschte als er sich statt des Putt-Profis für den er sich hielt ("sehr gut sehr gut") als Golf-Nulpe erwies ("das ist für Hans-Martin nicht mehr zu schaffen, aber theoretisch noch möglich!" - so der ehrliche Kommentar von BUSCHI (der mit den zwei Bananen)).
Schließlich verblieben wir nur noch zu zweit und verfolgten das Finale. Doch auch danach ging es natürlich nicht Richtung Beduinenzelt, sondern es wurde wie es die Tradition vorschreibt erstmal gepflegt geschockert und zwar der von Herrn Schmidt "The Last House on the Left", welcher auch gar nicht so schlecht war (und hier sprechen erfahrene Kritiker).
Nach dem Film, gerade in ein philosophisches Gespräch vertieft, fing plötzlich um halb 3 nachts Brines Handy im Nebenzimmer an zu klingeln. Sie rief dann auch wirklich zurück (aber nur auf Lautsprecher) und es empfing uns beide Lady Gaga und ein schreiender BENNI: "Warte ich geh kurz raus". Schließlich erfuhren wir, dass er NANA sprechen wollte, gerade schon ein paar gekippt hatte, aber ganz sicher nicht verarscht wurde, denn die Nr. habe er ja schon länger. Trotzdem wollte er nochmal nachfragen und wünschte uns einen schönen Abend. Dieser klang dann für uns auch bald (leider ohne "Wer bin ich?") aus. Und Lokkas konnte dann doch auch irgendwann einschlafen.

Am nächsten Tag durften wir zu Lokkas' Ärger eine Stunde länger schlafen als er, denn Brine wollte erst später auf die KOMMION nachkommen, wenn ich im Zug nach Hagen sitze.
Besagter Zug hat auch wirklich nie Verspätung und der 1. Zugteil war auch pünktlich und ich schon fast im Besitz einer Fahrkarte (danke an diejenige die vor mir am Automaten stand, sonst hätte ich umsonst GELATZT), als die Durchsage kam, dass der 2. Zugteil 10 min. Verspätung haben sollte. 10 Minuten!!! Genau die Zeit, die ich in Hagen zum Umsteigen gehabt hätte. Leider ist ein spontaner Gleiswechsel mit 4 Gepäckstücken nicht so schnell gemacht und ich wollte es nicht riskieren. Daher wurde mit schlechtem Gewissen Familie S. zurückgerufen und wir mussten nach Hagen fahren. Tut mir leid, dass ihr dann zu spät auf KOMMION wart
Zumindest kann ich sagen, dass ab diesem Zeitpunkt jedenfalls alles geklappt hat, außer dem komischen daueressenden Jungen, der neben mir saß und sein Gepäck (ein den Gang versperrender Riesenkoffer) lieber neben sich stehen hat, denn das wäre bei ihm "psychisch bedingt".
Um 17h wieder in Frankfurt ging mein schöner Osterurlaub langsam seinem Ende zu. Doch schon 2 Wochen später kam Brine ja schon wieder angefahren. Doch dazu das nächste Mal.
Bis dann,

EUERS
Tine
Sahnesauce am 30.4.10 22:18


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